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Chronic FF Wülfel 1 Drucken

Chronic der FF Wülfel, freiwillige Feuerwehr Wülfel, Jugendfeuerwehr Wülfel

Aus der Chronik der Ortsfeuerwehr Wülfel

Beim Stöbern in alten Chroniken, wird der Leser immer wieder darauf stoßen, dass
verheerende Feuersbrünste oft ganze Ortschaften und Stadtteile eingeäschert haben.
Um dieser Gefahr entgegenzutreten, wurde im Jahre 1812 für die Ortschaften Döhren,
Wülfel und Laatzen eine so genannte „Sprützen-Gemeinschaft“ gebildet.

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Jeder Ort hatte zwei „Sprützenmänner“ aus seiner Einwohnerschaft zu stellen. Diesen
stand ein „Sprützenmeister“ vor. Die gemeinsam beschaffte Spritze, eine der damals
modernen Handdruckspritzen, wurde in der als Spritzenhaus umgebauten alten Kapelle
in der Stiegelmeyerstraße in Wülfel stationiert. Diese im Jahre 1450 erstellte Wülfeler
Kapelle wurde infolge eines Kirchenneubaus um die Wende des 19. Jahrhunderts für
Gottesdienste geschlossen. Nach der Anbringung eines Steigerturmes konnte sie als
vollwertiges Spritzenhaus verwendet werden.

Es besteht kein Zweifel, dass sich der Spritzenmeister mit seinen Männern mit dem
gleichen Eifer und derselben Bereitschaft wie heute dem Feuer entgegengestellt hat.
Doch war es zu jener Zeit immer noch  der hilfsbereite Nachbar oder der helfende
Freund, auf den man in der ersten Not angewiesen war, da bis zur Alarmierung und
dem tatsächlichen Eintreffen der Spritze viel Zeit verloren ging.

Aus der „Sprützenbrüderschaft“ entstehen zwei Feuerwehren

Um diesem Zeitverlust entgegenzuwirken, beschloss im Jahr 1893 der Gemeindeaus-
schuss des Dorfes Laatzen, eine eigene Feuerwehr aufzustellen. Da nun Laatzen
auch im Besitz einer eigenen Spritze war, trat es im Jahre 1898 aus der
„Sprützenbrüderschaft“ aus.

Ebenfalls von dem Gedanken ausgehend, in ihrem Heimatort, der sich immer mehr zum
Industrievorort entwickelte, einen wirksameren und schnelleren Schutz gegen Brand-
gefahr zu schaffen, gründeten schließlich acht Männer am 2. März 1894 im damaligen
Sulzbachschen Lokal die Freiwillige Feuerwehr Wülfel. Es waren die Kameraden:
 
 Eggerling, Gerding, Timpe, Spangenberg, Rammelsberg,
 Schröder, Heuer und Seifert.

Freiwillig stellten sie sich in den Dienst ihrer Mitbürger. Das Dorf Wülfel zählte zur
damaligen Zeit bereits die stolze Zahl von 2000 Einwohnern. Von diesen besaßen
einige noch Bauernhöfe, andere verdingten sich als selbstständige Handwerker,
während der größte Teil der Einwohnerschaft in der schon stark vertretenen Industrie
in Wülfel seinen Lebensunterhalt verdiente. Bereits zwei Monate nach der Gründung
der Wehr wurde am 16. Mai in einer Versammlung der erste Vorstand unter der
Leitung des damaligen Gemeindevorstehers Wissel gewählt.

Der erste Vorstand der Wülfeler Wehr setzte sich wie folgt zusammen:

 1. Hauptmann  Kaufmann Gerding
 Vizehauptmann  Zimmermeister Eggerling
 Wachtmeister  Kaufmann Neuberg
 Spritzenmeister   Schlossermeister Heinemann
 Steigerführer  Maurermeister Spangenberg

Der neue Vorstand beschaffte nun umgehend die notwendigen Ausrüstungsgegenstände
umgehend beschafft. Die Uniformröcke wurden von der Firma J. Neuberg und Söhne in
Wülfel zum damals stolzen Preis von 12,50 Mark pro Stück erworben. Bereits im Oktober
1894 erhielt die Wehr durch freiwillige Spenden der Wülfeler Einwohner,  von Fabrikanten
und Versicherungen einen Betrag von 650 Mark überwiesen. Hierdurch konnte ein
wesentlicher Grundstein zur Ausrüstung der Wehr gelegt werden.

Mit Unterstützung des Gemeindevorstandes beschaffte die Wehr einen Rettungsschlauch
und ein Sprungtuch – beide Ausrüstungsgegenstände wurden noch bis 1932 benutzt.
Weil Hauptmann Josef Gerding seinen Wohnsitz nach außerhalb verlegte, wählte die
Wehr im Oktober 1905 den Schlossermeister Carl Heinemann zu ihrem neuen Hauptmann.
Mit der Eingemeindung des Vorortes Wülfel in die Stadt Hannover am 1. Oktober 1907
nahm man in der Generalversammlung desselben Jahres auch die ersten Verbindungen
mit der Branddirektion Hannover, vertreten durch den Brandmeister und späteren
Brandoberingenieur Malsky, auf. Trotz anfänglich großer Bedenken entwickelte sich
die Zusammenarbeit mit der städtischen Berufsfeuerwehr positiv.

Neues Spritzenhaus und eigene Musikkapelle

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurden viele der 40 Kameraden der Wülfeler
Wehr zum Militärdienst einberufen. Vier kehrten nicht wieder zurück. Im Jahre 1916 riss
man das alte Spritzenhaus in der Stiegelmeyerstraße ab. Als neues Spritzenhaus wurde
ein Holzschuppen an der Wilkenburger Straße von der Firma Stiegelmeyer zur Verfügung
gestellt. Im Jahre 1924 verstarb der langjährige Hauptmann Heinemann. Als Nachfolger
wählten die Mitglieder den Kameraden Wilhelm Eckhardt zum neuen Hauptmann.

Die Wehr gründete im August 1927 erstmals eine eigene Musikkapelle. Instrumente und
Noten konnten nur Dank der großzügigen Unterstützung der Wülfeler Fabrikanten und
Einwohner erworben werden. Während Ausbildung und Leitung der Kapelle anfangs
in den Händen des Kameraden F. Rohrberg lag, konnte der Kamerad K. Nahme die
Kapelle noch einige Jahre weiter ausbilden und auf 20 Musiker vergrößern.
Im Jahre 1934 löste sich die Musikkapelle auf, weil die Instrumente an die Stadt
Hannover abgegeben werden mussten. Danach gab es nie wieder einen eigenen
Klangkörper in der Wehr. Nach vierjähriger Führung der Wehr verstarb Hauptmann
Eckhardt im November 1928. Als Nachfolger wählten die Mitglieder Wilhelm Bohlke
(senior) zu ihrem Ersten Hauptmann.


                                                                                                               

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 28. März 2006 )
 

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