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Chronic FF Wülfel, Jugendfeuerwehr Hannover Wülfel, Freiwillige Feuerwehr Hannover Wülfel Wehr wird in Polizei und Luftschutz eingegliedert
Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 wurde auch in Hannover die kommunale Feuerwehr der staatlichen Polizeiaufsicht unterstellt. Die Berufsfeuerwehr firmierte bereits im Januar 1934 in Feuerlöschpolizei um. Alle Sparten der Feuerwehr bildeten fortan eine so genannte Einheitsfeuerwehr, deren Führung der vom Regierungspräsidenten ernannte Branddirektor – später Kommandeur – übernahm. Die bisherigen Feuerwehrabschnitte wurden denen der Polizei angegliedert.
Als eine von zehn bestehenden freiwilligen Wehren und vier Werkfeuerwehren bildete auch die Wülfeler Wehr nach einsatztaktischen Gesichtspunkten einen so genannten Löschbezirk. All diese Löschbezirke waren in dem neuen Kreisfeuerwehrverband zusammengefasst. Der Verband war seinerzeit eine „Zwangsvereinigung“ ohne demokratische Strukturen und wurde nach dem Führerprinzip geleitet. Bereits 1935 war dort kein Vertreter der freiwilligen Wehren mehr in der Führung vertreten.
Der Kommandeur der Feuerlöschpolizei, Johannes Schmidt, und weitere Führer der Berufswehr sowie der Provinzialfeuerwehrschule Celle standen dem Verband nun vor. Bis 1938 stieg die Zahl der Löschbezirke (freiwillige, Werk- und Pflichtfeuerwehren) auf 20 an. Das Personal bestand aus 680 Feuerwehrleuten. Trotz der Abschaffung der bisherigen Vereinsstrukturen, so der Wahlen von Führungskräften, begrüßten auch einige Führer der freiwilligen Wehren den neuen Kurs. Sie betonten die guten Absichten des Staates, endlich das Feuerwehrwesen, die Ausrüstung und Uniformierung zu vereinheitlichen sowie die Wehren in die Landesverteidigung (Luftschutz) einzubinden.
Nach dem Erlasse des Luftschutzgesetzes im Juni 1935 wurden auch die freiwilligen Feuerwehren in Hannover ein wichtiger Bestandteil des Luftschutzes. Um für diese Einheiten eine schlagkräftige Grundlage zu schaffen, setzte eine reichsweite Beschaf- fungswelle von einheitlichem Gerät und Fahrzeugen ein. In Hannover wurden alle Löschbezirke von 1935 an mit Kleinmotorspritzen und Schlauchanhängern ausgestattet. Der Löschbezirk Wülfel wurde 1936 voll motorisiert. Im Jahr 1938 bezog der Löschbezirk ein neues Gerätehaus in der Loccumer Straße. Es war ein einständiger Holzschuppen mit einem aufgesetzten Schlauchturm. Aus den Reihen der Löschbezirke taten außerdem Kameraden Dienst in einem so genannten Musterlöschzug. Dieser war durch besonderen militärischen Drill und eine neue und verein- heitlichte Ausbildung geprägt. Mit dem Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen wurden 1938 die freiwilligen Feuerwehren als technische Hilfspolizeitruppe Teil der staatlichen Ordnungspolizei. Sie waren Bestandteil des für den Angriffsfall gebildeten so genannten Sicherheitshilfsdienstes (SHD), der späteren Luftschutzpolizei. Mit Kriegsbeginn wurden große Teile der Mannschaften des SHD aus Dienstverpflichteten der freiwilligen Feuerwehr – darunter auch Wülfeler Kameraden – rekrutiert. Damit wurde der Dienstbetrieb der früheren freiwilligen Feuerwehren eingestellt. Das nicht zur Wehrmacht oder zu anderen Polizeieinheiten eingezogene Personal bildete nun die Basis für die Luftschutzpolizei.
Sechs Männer nehmen den Dienstbetrieb wieder auf Eine kleine, sechs Mann starke Schar blieb der Feuerwehr treu und setzte mit Unterstützung der Berufsfeuerwehr Hannover die nach dem Krieg völlig unbrauchbare Kleinkraftspritze wieder instand. Junge Einwohner kamen neu hinzu und die Wehr fand zu alter Schlagkraft zurück. Ein neues Löschfahrzeug bestehend aus Mannschaftswagen und Motorspritze erhielten die Wülfeler Kameraden im Jahr 1951. Obwohl die Bezeichnung Löschbezirk ein Überbleibsel des Dritten Reichs war, trug die heutige Ortsfeuerwehr Wülfel diese Bezeichnung noch bis in die 1980er-Jahre. Bei den Kreiswettkämpfen 1952 errang die Wülfeler Gruppe den ersten Platz. Oberbrand- meister Wilhelm Bohlke (senior) übernahm 1952 die einsatzmäßige Leitung des Zuges, den die Löschbezirke Kirchrode und Wülfel damals gemeinsam bildeten. Zum neuen Löschbezirks- führer wurde sein Sohn, Brandmeister Wilhelm Bohlke (junior), gewählt. Wegen seiner Fachkenntnisse und seiner positiven Führungseigenschaften stieg er bereits 1958 zum stellvertretenden Stadtbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Hannover auf. Am 6. Juli des Jahres wurde er auf dem Hof der Hauptfeuerwache in einer Feierstunde in sein neues Amt eingeführt. Zum neuen Löschbezirksführer wurde sein Stellvertreter, Unterbrandmeister Reinhold Steinhoff, gewählt. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Wilhelm Bohlke (senior) zeitweise der dienstälteste Feuerwehrmann Deutschlands war. Geboren 1887, trat er im Alter von 18 Jahren der Wülfeler Wehr bei. Mit 65 Jahren wurde der ehemalige Wehrführer in die Altersabteilung übernommen und zum Ehrenbrandmeister ernannt. Nach 80-jähriger Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr verstarb er 1985 im Alter von 98 Jahren. Bohlke erhielt als erster Feuerwehrmann das Niedersächsische Feuerwehr-Ehrenkreuz und wurde sogar für sein vorbildliches Engagement vom damaligen Bundespräsidenten Heuss mit dem Bundesver- dienstkreuz ausgezeichnet. Ein großer Wunsch der Wülfeler Kameraden ging am 30. Juli 1961 in Erfüllung: Sie erhielten ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF8-TS, das auf einem Fahrgestell des hannoverschen Fahrzeug- und Maschinenherstellers Hanomag aufgebaut war. Der alte, mit Planenaufbau versehene Mannschaftswagen hatte nun endlich ausgedient. Nun war der Löschbezirk für Übungen und den Einsatzfall wieder zeitgemäß ausgerüstet. Dies zeigte sogleich auch positive Auswirkung auf die Motivation der Kameraden. Die Wülfeler Wettkampfgruppe erreichte bei den Leistungswettkämpfen des Jahres 1965 zum fünften Mal in Folge den ersten Platz. Damit ging der Wanderpreis der Landeshauptstadt Hannover in den Besitz des Lösch- bezirkes Wülfel über. Neue Fahrzeuge und ein großzügiges Gerätehaus
Nachdem Fahrzeug und Gerät nun wieder zeitgemäß waren, in dem beengten Gerätehaus aber nicht mehr vernünftig untergebracht werden konnten, nahm 1966 der wohl größte Wunsch der Wülfeler Wehr nach einem neuen Domizil Gestalt an. Mit dem ersten Spatenstich leitete Hannovers damaliger Bürgermeister August Barche am 20. Mai die Arbeiten am Gerätehausneubau im Marahrensweg in Wülfel ein. Nach zweijähriger Bauzeit konnten die Wülfeler Feuerwehrleute ihr neues Gerätehaus in einer gebührenden Feierstunde am 25. April 1968, im Beisein von Vertretern aus Rat und Stadtverwaltung, in Besitz nehmen. Dem Löschbezirk standen in Hannovers seinerzeit modernstem Gerätehaus fortan eine große Fahrzeughalle mit vier Einstellplätzen für Großfahrzeuge sowie ein teilbarer Saal, Büroräume, eine Küche und vorbildliche sanitäre Anlagen in der ersten Etage zur Verfügung.
Nach dem Bezug des neuen Gerätehauses und den dadurch deutlich verbesserten Raumverhältnissen konnte auch dem Wunsch des Löschbezirks entsprochen werden, eine eigene Jugendfeuerwehr ins Leben zu rufen. Die damalige Wehrführung hatte Anfang 1969 den Weitblick, sich als eine der ersten Wehren in Hannover frühzeitig den Nachwuchs für die Einsatzabteilung zu sichern und den Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten. Die inzwischen nicht mehr existierende Döhrener Wollwäscherei und Kämmerei (WWuK) entwickelte sich für die Feuerwehr Wülfel in den 1960er-Jahren unfreiwillig zum „besten Arbeitgeber“. Aufgrund der großen Massen an leicht brennbaren Stoffen und des in den betagten Gebäuden nicht immer vorbildlichen vorbeugenden Brandschutzes kam es in diesem Betrieb zu einer Vielzahl von Bränden. Den traurigen Höhepunkt bildete das Jahr 1969, in der die Wülfeler Feuerwehrleute bei einem drei Tage andauernden Großbrand in der WWuK gefordert waren. Trotz massiver Brandbekämpfung fast aller hannoverschen Wehren fielen die großen Lagerhallen für Wolle dem Brand zum Opfer. Die schaurig, faszinierenden Szenen dieses riesigen Feuers sind heute noch im Wülfeler Gerätehaus auf einem Ölgemälde zu sehen. Der Kirchröder Brandmeister Richard Stümpel hatte diesen Einsatz künstlerisch festgehalten und seinen Wülfeler Kameraden das Bild gestiftet. Es hat noch heute einen Ehrenplatz im Wilhelm-Bohlke-Saal des Gerätehauses.
In der Führung der Wehr gab es im Jahr 1970 einen Wechsel. Brandmeister Reinhold Steinhoff übergab die Leitung des Löschbezirks an seinen bisherigen Stellvertreter, Löschmeister Ernst-Heinz Klebb. Zum neuen Stellvertreter wurde der Hauptfeuerwehr- mann Horst-Rüdiger Reiche gewählt. Das geräumige Feuerwehrhaus bot nun in den 1970er- und 1980er-Jahren die Möglichkeit, den Fahrzeugpark zu erweitern und zu ergänzen. Zunächst wurde in Wülfel der Küchenwagen der kommunalen Feuerwehr- bereitschaft stationiert. Dem folgte unmittelbar ein Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16-T mit Truppbesatzung.
Damit konnte die Wehr erstmal in ihrer Geschichte ihr eigenes Löschwasser mit an die Einsatzstelle bringen und war bei kleineren Bränden nicht mehr auf Hydranten oder Gewässer zu Wasserentnahme angewiesen. Außerdem wurde das TLF 16-T durch einen Leichtschaumgenerator ergänzt, mit dem man nun ganze Keller in kurzer Zeit „fluten“ konnte. Im Jahr 1972 erhielt Wülfel als eine der ersten Wehren ein neues LF 8 auf MercedesBenz-Fahrgestell und mit Atemschutzausrüstung in der Mannschafts- kabine. Mitunter standen in den frühen 1980er-Jahren zeitweise drei geländegängige Unimogs vom Typ TLF 8 – kurzfristig sogar ein TLF16 vom Erweiterten Katastrophen- schutz – als Ersatz für das TLF 16-T. Außerdem waren zeitweise zwei Einsatzleitwagen und Tragkraftspritzenfahrzeug am Marahrensweg stationiert. Für einen kurzen Zeitraum wurde das Gerätehaus der Wehr wegen seiner räumlichen Nähe während der Hannover- Messe sogar als ständig besetzte Rettungswache der Berufsfeuerwehr genutzt. Bis Mitte 1970 war dann dort während der Ausstellung ein Unfallwagen mit zwei Berufsfeuer- wehrleuten stationiert. weiter geht´s H I E R
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