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Chronic FF Wülfel, Freiwillige Feuerwehr Hannover Wülfel, Ortsfeuerwehr Wülfel „Hermann Löns die Heide brennt“
Das Jahr 1975 bleibt für viele ältere Feuerwehrangehörige wohl in stetiger Erinnerung. Nach zahlreichen trocken-heißen Wochen brannten weite Teile der Lüneburger Heide in den Kreisen Celle, Uelzen und Gifhorn. Teilweise waren diese Feuer durch fahrlässige Brandstiftung ausgelöst worden. Während der bis dahin wohl größten Waldbrandbe- kämpfung mit mehreren tausend Einsatzkräften wurden mehrere Feuerwehrleute aus Hohenhameln, die neben ihrem Fahrzeug von einer Feuerwalze überrollt wurden, getötet. Erst drei Tage nach Ausbruch der Brandkatastrophe wurde auch die Feuerwehr Hannover in Marsch gesetzt. Die Kameraden der Wülfeler Feuerwehr waren an mehreren Tagen nach Stüde bei Gifhorn zum Schutz des dortigen Torfwerkes abgestellt. Für die Teilnahme an der Bekämpfung der Wald- und Heidebrände wurden alle Helfer im Jahre 1977 mit einer Gedenk- medaille ausgezeichnet. Im Jahre 1976 trat die Ortsfeuerwehr der Interessengemeinschaft der Wülfeler und Mittelfelder Vereine und Verbände bei, in der sie sich noch heute engagiert. Zu den seither durchgeführten Stadtteilfesten leisteten die Feuerwehrleute tagelange Vor- und Nacharbeit, um zum Gelingen dieser Veranstaltungen beizutragen. Im Jahr 1981 gab Brandmeister Ernst-Heinz Klebb die Führung des Löschbezirkes aus Altersgründen ab. Neu gewählt wurde sein Sohn Axel Klebb und als Stellvertreter Hans-Werner Schütze. Die technische Modernisierung der Wehr setzte sich 1982 auch bei der Alarmierung der Wehr durch. Mussten bis zu diesem Zeitpunkt die Kameraden zeitaufwendig per Telefonkette benachrichtigt werden, stellte die Stadt Hannover der Wehr nun 22 Funkmeldeempfänger zur Verfügung. Schnell zeigte sich, dass diese „stille Alarmierung“ bestens geeignet war,
die Einsatzabteilung in kürzester Zeit zusammen zu rufen.
Fast vierzig Jahre nach Kriegsende sorgten 1982 rechtliche Änderungen dafür, dass aus dem Löschbezirk endlich die Ortsfeuerwehr Wülfel wurde. Nun waren die zehn „alt-hannoverschen“ Wehren endlich mit den sieben in den 1970er-Jahren eingemein- deten Wehren gleich gestellt, die diese Bezeichnung schon lange trugen. Das Jahr 1982 brachte auch in den Anforderungen für die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Hannover eine Anpassung an die Regelungen bei der Berufsfeuerwehr. Analog zu den Kameraden der BF war zunächst ein dreimaliger – heut zweimaliger – Leistungsnachweis in der Atemschutzübungsstrecke der Feuerwache 3 zu absolvieren.
Einen Rüstwagen zum Weihnachtsfest
Zur Weihnachtsfeier 1985 brachte der Stadtbrandmeister der Feuerwehr Wülfel ein etwas größeres Geschenk auf Unimog-Fahrgestell mit. Ein neuer Rüstwagen vom Typ RW 1 des Erweiterten Katastrophenschutzes bot der Ortswehr nun die Möglichkeit, auch bei Verkehrsunfällen und anderen technischen Hilfeleistungen tätig werden zu können. In den folgenden Jahren setzte sich die Modernisierung des seinerzeit altersschwachen Fahrzeugparks fort. Die Stadt Hannover übergab der Ortsfeuerwehr zwei neue Fahrzeuge: ein LF 8 auf VW/MAN-Fahrgestell und ein LF 16-TS auf Mercedes -Benz-Kurzhauber-Fahrgestell vom Erweiterten Katastrophenschutz. Dafür wurden die betagten TLF 8-Unimogs und das TSF ausgemustert. In der Sylvesternacht 1986/87 konnten sich die neuen Fahrzeuge bei zahlreichen Hochwassereinsätzen entlang der Leine und Ihme bewähren. Ferner wurde seinerzeit auch der mehr als 20 Jahre alte Küchenwagen der Wehr ersetzt. Wer auf diesem Fahrzeug eingesetzt werden wollte, musste einen Kochlehrgang besuchen und unterlag der Kontrolle der Gesundheitsbehörde. Auch die Mannschaft der heutigen, Verpflegungsgruppe, die mit der Ortsfeuerwehr Kirchrode gemeinsam die Betreuung- und Verpflegungskomponente bildet, benötigt solch ein Gesundheitszeugnis.

Dass selbst bestens geplante Einsatzübungen manchmal völlig daneben gehen können, diese Erfahrung machte die Wülfeler Wehr am 1. September 1986. In einem ausgemusterten Bautruppwagen der Deutschen Bahn sollte auf einem Abstellgleis des Bahnhofs Wülfel ein Gefahrgutunfall simuliert werden. Doch ein zu eifriger Bundesbahner zündete den Waggon eine Stunde zu früh an. Eine Polizeistreife sah dies und nahm den vermeintlichen Brandstifter fest. Zeitgleich alarmierten sie die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr aus dem benachbarten Laatzen. Diese löschten dann den lichterloh brennenden Waggon. Eine Stunde später übte dann die Wülfeler Wehr an dem bis aufs Gerippe herunter gebrannten Waggon. Das Jahr 1988 stand im Zeichen der großen Feuerwehr Fachmesse Interschutz „Der Rote Hahn“. Besucher aus Allschwil in der Schweiz bezogen im Gerätehaus Quartier und wurden von der Ortsfeuerwehr vorbildlich betreut. Weil Hans-Werner Schütze nach Laatzen-Rethen verzog, musste die Wehr im Jahr 1990 einen neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister wählen. Manfred Simon, der sich schon als Zugführer in der kommunalen Feuerwehrbereitschaft bewährt hatte, trat die Nachfolge an. Am 9. März 1990 ereignete sich für die Feuerwehr Wülfel ein wohl hoffentlich einmaliger Einsatz. Durch eine Windhose wurde das Flachdach des Gerätehauses ange- hoben und über die nähere Umgebung verteilt. Durch das undichte Dach drang dann noch Wasser in das Gebäudeinnere und sammelte sich im Bereich des Lehrsaals. Kräfte der Berufsfeuerwehr und der sehr spät alarmierten Ortsfeuerwehr beseitigten die Schäden dann gemeinsam. Bei einem Tag der offenen Tür im Jahr 1991 wurde ein Rekord erreicht: Erstmals konnten 1000 Besucher begrüßt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit hat seit Mitte der 1990er Jahre immer stärker an Bedeutung gewonnen. Eine neue Chance auf Kinder- gartengruppen und Schulklassen einzugehen, bietet außerdem die Brandschutzerziehung.
Dafür wurden eigens zwei Kameraden ausgebildet, die den Kindern aber auch ihren Erzieherinnen die Gefahren des Feuers, mögliche Vorbeugung aber auch das Absetzen eines Notrufs altersgerecht vermitteln. Natürlich ist der Höhepunkt immer noch eine Besichtigung der Einsatzfahrzeuge der Wehr. Im Jahr 1993 wurde das traditionelle Osterfeuer auf dem Festplatz der Wülfeler Brauereigaststätten erstmals von Ortsfeuer- wehr Wülfel ausgerichtet. Mit Unterstützung der fördernden Kameraden konnten hunderte von Gästen bestens beköstigt werden. Inzwischen hilft die Ortsfeuerwehr als Brandsicher- heitswache den Wülfeler Schützen bei der Ausrichtung des Traditionsfeuers. Weil die Wülfeler Wehr einschlägige Erfahrung in der Beköstigung einer großen Zahl von Gästen hat, durfte sie im selben Jahr zum 125-jährigen Jubiläum des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen sogar mitten in Hannovers City, am Kröpcke, die Grillzangen in die Hand nehmen. Aus ihrem bewährten, selbst gefertigten Bratwurststand brachte sie mehr als 100 Kilo Grillgut an den Mann oder die Frau.
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